Transparente Kommunikation

Ein Werkzeug zur Potentialentfaltung

Bericht von einer Weiterbildung der besonderen Art

(Martlis Hoppe, Studienrätin am CBG Erkner)


Im November 2012 startete die erste Trainingswoche als angehende Multiplikatorin im Rahmen meiner Teilnahme am 3-jährigen Weiterbildungsseminar Timeless Wisdom Training (TWT 3) unter der Leitung des spirituellen Lehrers Thomas Hübl. Die Fortbildungsmaßnahme umfasst ein intensives Kommunikations- und Reflexionsttraining verbunden mit einer kontinuierlichen Meditationspraxis, Achtsamkeits- und Kreativitätsschulung.

Ziel des spirituellen Trainings ist es, auf der persönlichen Ebene einen Zugang zu inneren schöpferischen Ressourcen bzw. zu ihrer Entwicklung zu ermöglichen und interpersonelle Kompetenzen auszubilden, die auf den gesellschaftlichen Bereich innovativ und transformierend zurückwirken.

Insbesondere geht es darum, dass wir 120 Teilnehmer/innen aus unterschiedlichen Bereichen - der Bildungsbereich Schule/Universität ist ebenso vertreten wie der Wirtschaftssektor, das medizinisch-therapeutische und künstlerisch-kulturelle Feld - befähigt werden, in unserem jeweiligen beruflichen Kontext einen entscheidenden Beitrag zu leisten, dass das soziale Miteinander und der Gemeinschaftssinn eines ?neuen Wir? gefördert wird.

Ich denke, das ist eine Perspektive, die unsere postmoderne Gesellschaft des 21. Jahrhunderts, die unter den Konsequenzen von Vereinzelung, Leistungsdruck, Beschleunigung, Sinn-/Werteverlust etc. zunehmend leidet, dringend benötigt. Stellvertretend sei hier nur auf das sich rasant ausbreitende Symptom des ?Burn out? verwiesen, das ja auch im Lehrerberuf grassiert.

Egal, welche Bereiche unserer Gesellschaft wir betrachten, die Dringlichkeit nach konstruktiver Weiterentwicklung und Veränderung jenseits rein egoistischer Interessen und jenseits eines bloß materiellen Mehr ist überall spürbar.


Ein roter Faden, der sich durch das gesamte Trainingsprogramm ziehen wird, ist das Erlernen der sog. Transparenten Kommunikation. Sie kann an Orten, wie etwa im Bildungsbereich, wo Menschen mit Menschen arbeiten und (Lern-)Erfolg letzten Endes immer von Beziehung und Kommunikation abhängt, von entscheidender verändernder Bedeutung sein.

Was ist unter diesem Begriff zu verstehen?

Die Kommunikation zwischen Menschen kann zu einem Mittel der Verbindung und Potentialentfaltung werden, das erstaunliche und ungeahnte Kräfte freisetzt. Sie kann sich zu einer Quelle von Kreativität und Lebendigkeit verfeinern, aus der wir wacher und bewusster hervorgehen, als wir in sie hineingegangen sind.

Dazu bedarf es einer kontinuierlichen gezielten Übung unserer subtilen Wahrnehmungskanäle (Erlernen eines tieferen Schauens, Fühlens, Körperbewusstseins und intuitiven Erfassens) und eines hochpräsenten Gewahrseins des Augenblicks. Das Sprechen und Zuhören kann dann ein Ausdruck von Schöpfung werden, d.h. von neuen Erfahrungen, Einsichten und Inspirationen im kommunikativen Kontakt geprägt sein.


Natürlich sind Offenheit, Wahrhaftigkeit, Authentizität dabei zu kultivierende und zu stabilisierende innere Haltungen. Die transparente Kommunikation geht aber weit darüber hinaus. Sie erfordert die Entwicklung der empathischen Fähigkeit, Menschen von innen sehen zu lernen, um so unsere Beziehungen klarer und mitfühlender zu gestalten. Und um interpersonelle Reibungen, Missverständnisse, Verwirrungen, destruktive Konflikte etc., die unseren Umgang so häufig prägen, deutlich zu verringern.

Eben das sind maßgebliche Voraussetzungen für ein neues Miteinander, für ein neues Wir in Familien, am Arbeitsplatz, in (Lern-)Gruppen und in der Gesellschaft insgesamt.


Grundsätzlich sind wir alle dazu in der Lage, transparente Kommunikation zu praktizieren, denn mit der Gabe zu empathischem Austausch werden wir geboren. Jedoch ist der Zugang zu dieser Form des Kommunizierens oftmals durch emotionale Blockaden verschüttet oder wurde im Laufe unserer Entwicklung nicht adäquat ausgebildet. Statt eines offenen und verbundenen Beziehungsraums, in dem Kreativität fließt, beginnen wir den Beziehungsraum zu verengen oder gar zu verschließen. Wir trennen uns von unserem Gegenüber und es entsteht eine fixe, in der Abwendung erstarrte Position. Dies hemmt das Potenzial des Augenblicks und lässt uns meist frustriert aus der Begegnung gehen. Hinzu kommt, dass jede Energie oder Kraft in uns, die nicht leben kann, sich als Filter vor unsere Wahrnehmung schiebt. Derart ungelebtes Potenzial bildet ein ?Gefängnis?, in dem wir uns täglich wiederfinden und das uns als Spannungen in unserem Körper, auf emotionaler Ebene oder als übersteigerte Denkaktivität blockiert und belastet.


Meiner tiefen Überzeugung nach könnte eine entstehende (Lern-)Kultur des transparenten Kommunizierens einen kaum zu überschätzenden Entwicklungseitrag in der Gesellschaft leisten. Einen Beitrag, der ganz besonders auch in unseren Bildungsinstitutionen die zur Lösung der gegenwärtigen sozialen und globalen Probleme so dringend erforderliche Entfaltung menschlichen Potenzials voranbringt.


Ich persönlich freue mich, an einer spannenden, bewusstseinserweiternden Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen zu dürfen, bei der ich entsprechende Kompetenzen erwerben und trainieren kann und hoffe, dass ich perspektivisch als Multiplikatorin in meinen sozialen und beruflichen Umfeldern als Lehrerin, Mediatorin, Psychotherapeutin und Leiterin verschiedener (Praxis-)Gruppen wirksam werden kann.

Vielleicht ergeben sich nach der Lektüre meines Textes Fragen, Kritik oder auch Anregungen zum kulturellen Leben am CBG.

Gerne stehe ich dafür zur Verfügung!


Mit freundlichem Gruß

Martlis.Hoppe@carl-bechstein-gymnasium.de

nach oben