Wer sich nicht bewegt, der wird bewegt !

Von Rüdiger Konertz, Schulleiter

Darauf haben es Rat und Verwaltung des Altkreises Fürstenwalde im Jahr 1991 nicht ankommen lassen und sich den Elternwunsch zu eigen gemacht: Das Gymnasium in Erkner wurde 1993 in die Selbstständigkeit entlassen. Ein motiviertes Team von 20 Lehrerinnen und Lehrern legte mit vielen engagierten Eltern den Grundstein, beginnend mit den Jahrgangsstufen 7-11. In der Zwischenzeit ist daraus eine neue Schule gewachsen, ein Ort des Lernens und der Begegnung.


Den Vielen, die dabei mit geholfen haben, gebührt herzlicher Dank, besonders dem Lehrerkollegium und den Schülerinnen und Schülern der ersten Jahrgänge, die neben den Freuden des Neuen auch die Lasten des Aufbaus getragen haben. Die Chance eine neuer Schule zu gründen und aufzubauen haben nicht viele, Lehrpersonal und Elternschaft haben sie genutzt, haben mit außergewöhnlichem Engagement die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen am Gymnasium übernommen. Fast 12 Jahre Gymnasium des Kreises sind auch 12 Jahre Entwicklung, Weiterentwicklung und Veränderung. Verändert haben sich die personellen, finanziellen und politischen Rahmenbedingungen. Verändert haben sich in diesem Zeitraum auch die Gewichtung und Schwerpunkte unterrichtlichter Bereiche, ausgehend von einem Prozess kontinuierlicher Evaluation. Eine allgemeinbildende Schule ist im Allgemeinen weniger der Ort, von dem Veränderungen ausgehen, auch wenn dies häufig gemeint wird, sie ist aber diesen Veränderungen unmittelbar ausgesetzt. Die Institution Schule ist eher „konservativ“. Sie habe die Aufgabe bestehende gesellschaftliche und kulturelle Werte zu vermitteln und reagiert entsprechend ihrer jeweiligen „Schulphilosophie“ unterschiedlich auf die auf sie einströmenden Anforderungen und Aufgaben.

Unterrichtsinhalte waren zu überprüfen und um Methoden- und Schlüsselkompetenzen in allen Fächern zu ergänzen, Traditionen der Schulform mussten gewogen werden. Leitkriterium für die Schulentwicklung war und ist die Sicherung unterrichtlichter Qualität und individueller, persönlicher Betreuung. Bildung braucht Erziehung ebenso wie die Vermittlung von Fachwissen und gesellschaftlichen Kompetenzen. Die Lehrerinnen und Lehrer tragen dazu ihre berufliche Professionalität und Identifikation bei, Eltern ihre Partnerschaft bei der Erziehung und gesellschaftlicher Unterstützung des Bildungsauftrages unserer Schule. Die Chancen einer weiteren Öffnung von Schule und des komplexen schulpolitischen Paketes einer „selbständigen Schule“ werden Themen sein, mit denen sich die Schulgemeinschaft in den kommenden Jahren auseinandersetzen muss. Der Weg einer verwalteten Schule zu einer selbst gestalteten Schule ist bereitet. Das Land Brandenburg und der politische Gestaltungswille des Schulträgers haben weitergehende Möglichkeiten als bisher eröffnet, sie gilt es für die Zukunft unserer nächsten Generation zu nutzen.

Wer sich bewegt, bewegt auch andere!



Zur baulichen Erweiterung des Carl Bechstein Gymnasiums

Von Holger Rupprecht, Minister für Bildung, Jugend und Sport im Land Brandenburg

Auf historischen Schulstandort wurden vor etwa 14 Jahren die Bildungseinrichtungen des Landkreises Oder-Spree (damals Altkreis Fürtstenwalde) in der Stadt Erkner um ein wesentliches Angebot erweitert und vervollständigt. Das Carl Bechstein Gymnasium knüpft an eine gymniasale Tradition an, die fast verschüttet schien und ist nunmehr aus der Region nicht mehr wegzudenken. Die große Akzeptanz belegt die Bedeutung der Schule, die in erster Linie zum Abitur führt und alle Qualifikationen vermittelt, die für den Übergang in ein erfolgreiches Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung notwendig sind.

Der Schulleitung, den Lehrerinnen und Lehrern und den nicht wenigen engagierten Eltern gilt der Dank für die unermüdliche Aufbauarbeit, die gemeinsam mit den Anstrengungen des Schulträgers, des Landkreises Oder-Spree, eine Schule entwickelt hat, in der es Spaß macht zu leben, zu arbeiten und zu lernen.