Mediation an unserer Schule

Zur Zeit laufen Vorbereitungen zur Implementierung von Mediationskursen in den Schulbetrieb. Über die Form und die genaue Art und Weise der Umsetzung werden Sie nach Abschluss der Arbeiten auf dieser Seite in Kenntnis gesetzt. Bitte haben Sie gedult und entschuldigen Sie, dass noch keine weitergehenden Informationen gegeben werden können.

Nachfolgend finden Sie allgemeine Informationen, worum es sich bei dem Begriff Mediation überhaupt handelt, wie sie eingesetzt wird und weiteres.

Was ist "Mediation"?

Mediation ist ein Verfahren der konstruktiven Konfliktlösung, das in den 60er und 70er-Jahren in den USA entwickelt wurde und seit den 90er-Jahren zunehmend auch in Europa und Deutschland mit Erfolg in vielen sozialen Lebensbereichen (SCHULE, Arbeitswelt, Nachbarschaft/Mietparteien, Umwelt, Politik, Wirtschaft, Familien-/Trennungs-/Scheidungsmediation, Opfer-Täter-Ausgleich) angewendet wird.

Wörtlich übersetzt bedeutet „mediation" „Vermittlung". Gemeint ist die Vermittlung in Streitfällen durch unparteiische Dritte, die von allen Seiten akzeptiert werden. Die vermittelnden Mediatorlnnen helfen den Streitenden, eine einvernehmliche Lösung ihrer Probleme zu finden. Aufgabe der Mediatorlnnen ist es nicht, einen Schiedsspruch oder ein Urteil zu sprechen. Vielmehr liegt es an den Konfliktparteien selbst, eine ihren Interessen optimal entsprechende Problemlösung zu erarbeiten. Alle sollen durch die Übereinkunft „gewinnen".

Diese konstruktive Konfliktlösung wird durch das Mediationsverfahren ermöglicht. Sie kann selbst dann gelingen, wenn die Konfliktparteien in einer offenkundigen Sackgasse stecken und alleine nicht mehr weiterkommen bzw. gar nicht mehr miteinander reden. Die Vermittlerinnen hören sich die Anliegen aller Beteiligten an, lassen sie ihre Gefühle ausdrücken und helfen bei der Klärung der eigentlichen Interessen der Konfliktparteien. In zunehmendem Maße stellen sie wieder eine direkte Verbindung zwischen den Streitenden her. Die Kontrahentinnen erfahren durch diese Vorgehensweise, welches die eigentlichen Probleme, Gefühle und Interessen der anderen Seite sind. Im geschützten Raum eines solchen Gesprächs können sie Verständnis und neues Vertrauen zueinander entwickeln und schließlich gemeinsam an einer Lösung ihrer Probleme arbeiten. Das Ziel ist eine Vereinbarung, die alle Konfliktparteien unterzeichnen und umsetzen.

Wichtige Merkmale des Mediationsverfahrens sind

  • die Anwesenheit der vermittelnden Mediatorlnnen,
  • die Einbeziehung aller Konfliktparteien, die in der Regel auch anwesend sind,
  • die informelle, außergerichtliche Ebene,
  • die Freiwilligkeit der Teilnahme am Mediationsverfahren und die Selbstbestimmung bzgl. der Konfliktlösung: die Entscheidungsbefugnis wird nicht an Dritte abgegeben. Das Verhandlungsergebnis ist nicht bindend, solange nicht alle Beteiligten zugestimmt haben. Es muss also ein Konsens erzielt werden.



Mediation in der Schule

Allgemeines

Die Institution Schule hat ein festes soziales Gefüge mit viel Konfliktpotenzial.

Das Besondere an der Schulmediation ist, dass sie sowohl von Erwachsenen als auch von Kindern und Jugendlichen selbst - „SchülermediatorInnen”, „Konfliktlotsen” oder manchmal „Streitschlichter”

genannt - durchgeführt wird. Durch Mediation werden vor allem Konflikte unter SchülerInnen, gelegentlich aber auch Konflikte

zwischen Lehrkräften und SchülerInnen, zwischen Lehrkräften und Eltern, zwischen LehrerInnen und Schulleitung und im Kollegenkreis geregelt.

Chancen und Herausforderungen

SchülerInnen, die an einem Mediationsverfahren teilnehmen, unabhängig davon, ob sie als Betroffene oder in der Rolle der MediatorInnen agieren, können in verschiedener Hinsicht von der Erfahrung profitieren.

Zum einen lernen sie, dass Streitereien und Konflikte - durch Gespräche und ohne Gewalt - lösbar sind. Zum anderen - und das gilt natürlich insbesondere für die ausgebildeten SchülermediatorInnen/Konfliktlotsen - erwerben sie konkretes Handwerkszeug zum Umgang mit Konflikten im Schulalltag, aber auch in anderen Lebensbereichen und -situationen.

Mediation bzw. konstruktive Konfliktlösung als Prinzip, Verfahren und Technik, ist insofern ein wertvoller Beitrag zur Entwicklung von Verantwortungs- und Selbstbewusstsein, demokratischen Strukturen und zivilisiertem, sozialverträglichem Umgang miteinander.

Eine Voraussetzung für Mediation ist ein grundsätzlich positives bzw. akzeptierendes Verständnis von Konflikt.

D.h. ein Konflikt wird sowohl als notwendiger Ausdruck und aufmerksam machendes Signal für interpersonale Spannungen und soziale Störungen/Widersprüche (an)erkannt, als auch als Möglichkeit, durch die konstruktive Bearbeitung Und Auseinandersetzung mit dem Konflikt, sich weiterzuentwickeln und in seiner Persönlichkeit zu wachsen.

Literatur und Adressen

Inzwischen existiert eine Fülle von Literatur zum Thema Mediation . Als Einführung und zur ersten Orientierung sind folgende Sachbücher besonders zu empfehlen:

Mediation allgemein: BESEMER, Christoph: Mediation - Vermittlung in Konflikten. Königsfeld 1993
Mediation schulspezifisch: WALKER, Jamie: Mediation in der Schule. Berlin 2001

Seit 2002 hat der Bundesverband Mediation Standards und Ausbildungsrichtlinien für SCHULMEDIATION (d.h. sowohl für SchulmediatorInnen/Lehrkräfte als auch für SchülermediatorInnen/Konfliktlotsen) vorgelegt.
Entsprechende Informationen können unter folgender Internetadresse abgerufen werden:
www.bmev.de